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Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras
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10.07.18 14:12
Blende-11 

BZF-Master

10.07.18 14:12
Blende-11 

BZF-Master

Re: Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras

Hey zusammen im Forum

Den Ausführungen vom Rainer schließe ich mich an. Habe solche Laufbodenkameras nicht mehr, finde aber Interesse am Thema. Mir wird bewusst wie verschachtelt die Firmengeschichten waren. Das ist wie Treibsand. Uferlos ist auch ein passendes Stichwort. Macht bitte weiter.


lg Peter


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10.07.18 18:54
Laufboden 

BZF-Master

10.07.18 18:54
Laufboden 

BZF-Master

Re: Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras

Hallo fotokram,

fotokram:
"Im Extremfall, wenn das neue Design nicht angenommen wurde, gab's das nur ein Jahr lang, wie etwa bei meiner 9x12 Contessa Nettel Altura."
Exakt dieses Kameramodell wurde von 1923 bis 1926 laut Herstellerdruckschriften angeboten. Ob sie auch tatsächlich verkauft wurden, oder auch nicht, wissen weder ich noch du.
Gut, da habe ich wohl einer fehlerhaften Aussage vertraut, weil die übrigen Aussagen des Autors stimmig erschienen.
fotokram:
.. Alle anderen Auslassungen deinerseits sind nichts weiter als Mutmaßungen oder hast du dafür Primärquellen? Zu guter Letzt gebe ich dir Recht: auch eine durch Hersteller herausgegebene Schrift ist deshalb nicht notwendig exakt -was aber auch deine Ausführungen betrifft.
Ich habe als Primärquellen im Original lediglich ein paar Bedienungsanleitungen, die den von mir gekauften Kameras etc. beilagen.
Natürlich habe ich auch eine Reihe Kopien in digitaler Form - für meine Zwecke halte ich sie für gleichwertig zu den Originalen. Prüfbar sind sie damit nicht, im Prinzip könnten sie zu jeder Zeit beliebig verfälscht worden sein, ohne daß dies nachprüfbar wäre.
fotokram:
Ich möchte mich an dieser Stelle schon mal verabschieden.
Grüße
fotokram
Das fände ich sehr schade, ich hoffe, daß Du Dir das nochmal überlegst.
Es tut mir sehr leid, sollte ich der Grund dafür sein.
Andererseits kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, daß es möglich ist, dieses Forum in eines mit wissenschaftlichen Ambitionen umzuwandeln.
Zumindest nicht, solange die Zahl seiner mehr als gelegentlich aktiven Teilnehmer nicht weit, weit höher ist, vielleicht tausend oder eher noch erheblich mehr.
Der Erfolg von Wikipedia wäre schließlich auch unvorstellbar gewesen, hätte man am Anfang die heutigen Dokumentationsstandards angelegt.
Zweifellos sind diese sinnvoll, in der Anfangszeit hätten sie jedoch das Projekt zum sicheren Scheitern verurteilt.
Erst als die Zahl der Beiträge liefernden weit in den Millionen lag, erwies es sich als notwendig und durchsetzbar.
Die ausschließliche Verwendung von Originalquellen gilt im übrigen nichteinmal in mathematischen Publikationen - allgemein als richtig bekannte Tatsachen können ohne weiteres verwendet werden, bzw. ohne Zugriff auf Originalbelege. Mehr sogar. Zitieren etwa der Originalbelege zum Stoff einführender Lehrbücher ist reines Aufblähen von Veröffentlichungen und macht zudem zurecht mißtrauisch.

Ich möchte, daß dieses Forum weiter gut arbeitet.
Gerne kannst Du Deine Standards auf Deine eigenen Beiträge anwenden, gern auch in diesem Forum, vielleicht auch in einem Unterforum, das rein ist von Beiträgen niedrigeren Standards wie etwa meinen.
Einer z.B. wie Freier-Sascha setzt für sich durchaus höhere Standards setzt als die, die ich mit einem für mich tolerablen Aufwand voll einzuhalten bereit bin - Anregungen von ihm übernehme ich jedoch gerne.
Ein Forum lebt von Diskussion, und dazu gehört auch Kritik, solange sie nicht die allgemeine Diskussion abwürgt.
Ein einziger Teilnehmer, der allgemeine Standards setzen möchte, die so hoch sind, daß sie kein anderer hier mitzutragen bereit ist, ist auf Dauer zuwenig für ein allgemeines Forum.

Freundliche Grüße,
Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 10.07.18 19:07

09.10.18 17:51
Laufboden 

BZF-Master

09.10.18 17:51
Laufboden 

BZF-Master

Certo 9x12 (NN - Certoruf?): noch eine mit Bajonett

Hallo miteinander,

habe seit neuem eine Certo 9x12.
Sie war bei Kauf auf den ersten Blick hergerichtet, auf den zweiten sah ich ein paar doch sehr störende Details bzw. grobe Fehler.
Es war einiges zu korrigieren und zu reparieren. Ein paar originale bzw. original aussehende Schräubchen würden das Ergebnis noch besser aussehen lassen.
Ganz original geht leider nicht - offenbar waren Gewinde am Alu-Laufboden defekt, sie waren durch geringfügig größere ersetzt worden.

Aber ein mich überraschendes Detail hat die Kamera - einen Bajonettverschluß für eine 9x12-Certo. Der sieht etwas anders aus als der für 6.5x9-Certos, in den Angebotsfotos war er nicht sichtbar.
Das Kameraregister der Photographischen Gesellschaft Bremen kennt nur eine mit f=5,4 Eurynar in Compur ausgestattete 9x12-Kamera, die Certoruf.
Ob die aber ein Bajonett hat bzw. optional haben kann, ist nicht vermerkt, keine meiner anderen Quellen vermerkt es.
Nach Richten der Unendlich-Einstellung (es sind dazu nur zwei Schrauben zu lösen und anschließend wieder festzuschrauben) ergibt die Kontrolle durch Prüfen der Unendlich-Einstellung für die Hinterlinse allein ein paar mm Abweichung. Diese erscheint mir nicht bzw. nicht vollständig durch Wandern der Schärfe bei Abblenden erklärlich. Das könnte darauf hindeuten, daß ursprünglich ein anderes 135mm-Objektiv verbaut war (nach Skalenabständen war's ein 135er). Weniger plausibel erscheint die Möglichkeit, daß der Bajonettanschluß nachträglich angebracht worden ist, denn da müßte auch das Standartenblech ausgetauscht worden sein (z.B. nach dem Prinzip 'aus zwei mach eine'). Leider weiß ich nicht, wie im Original die Kamera- bzw. objektivseitigen Bajonett-Teile angebracht sind, das doch ein Stück anders aufgebaute Bajonett der 6.5x9-Certotrop legt nahe, daß etwas Dichtungsmaterial angebracht gewesen sein könnte.
Die Lichtdichtheitsprüfung ergibt jedenfalls neben ein paar Lichtpunkten am Balgen auch ein marginales Lichtleck am Bajonett. Genauere Inspektion legt nahe, daß früher ein dünner Dichtungsring (z.B. runde Gummidichtung) rund um die Standartenöffnung lag.

Optisch störendes Detail ist somit hauptsächlich der unschöne Ersatztragegriff, ich überlege, ob ich ihn als Hinweis auf die anderen die Kamera verändernden Eingriffe (i.w. auf M2.5 aufgeweitete Gewinde) belassen soll.







Das Objektiv ist ein 1:5,4 Eurynar (ca. 1914, Bauart Gauß-Vierlinser, also noch kein Dialyt wie das spätere Eurynar) in einem Compur von 1924, die Certoruf ist nach dem obigen Register ab 1925 nachgewiesen, u.a. mit der gegebenen Objektiv-/Verschluß-Kombination. Damals gab's offenbar noch immer größere Reste aus Altbeständen. Gleichzeitig wurde für diese Kamera u.a. auch das 1:4.5 Eurynar - Dialyt - angeboten (bei Dialyten ist das HG immer allein verwendbar, bei Gauss-Vierlinsern ist das seltener).

Grüße, Laufboden

P.S.: wer weiß mehr über die unterschiedlichen größeren Certos (9x12, 10x15)?

Zuletzt bearbeitet am 09.10.18 18:08

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IMG_3276_Certo9x12.jpg IMG_3276_Certo9x12.jpg (48x)

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IMG_3282_Certo9x12.jpg IMG_3282_Certo9x12.jpg (49x)

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IMG_3285_Certo9x12.jpg IMG_3285_Certo9x12.jpg (48x)

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14.12.18 21:20
Freier-Sascha 

BZF-Master

14.12.18 21:20
Freier-Sascha 

BZF-Master

Re: Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras

Hallo Laufboden,
Ich habe solch eine Objektiv-/Verschlusswechsel Bauweise bei Certo auch noch nie gesehen.
könnten die beiden Objektivbrett-seitigen Zapfen nicht nachträglich gebohrt und eingesetzt worden sein? Einen passenden Objektiv- / Verschluss-Ring herzzustellen scheint mir auch nicht arg schwierig zu sein.
Gruss
Freier-Sascha

14.12.18 22:34
Laufboden 

BZF-Master

14.12.18 22:34
Laufboden 

BZF-Master

Re: Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras

Hallo Freier-Sascha,

Freier-Sascha:
Ich habe solch eine Objektiv-/Verschlusswechsel Bauweise bei Certo auch noch nie gesehen.
könnten die beiden Objektivbrett-seitigen Zapfen nicht nachträglich gebohrt und eingesetzt worden sein? Einen passenden Objektiv- / Verschluss-Ring herzzustellen scheint mir auch nicht arg schwierig zu sein.
Das ist, wenn ich mir die Konstruktion ansehe, gut denkbar. Genauso gut könnte es ein Vorläufer/Prototyp sein - der bekannte Mechanismus ist ausgefeilter.
Was auffällt - der Objektivwechsel geht eleganter als beim bekannten Bajonett ...
.. und mit diesem Objektiv ist die Kamera seinerzeit angeboten worden.

Grüße, Laufboden

15.01.19 23:41
Laufboden 

BZF-Master

15.01.19 23:41
Laufboden 

BZF-Master

Zwei "neue" von mir ohne sichere Zuschreibung

Hallo miteinander,

bei zweien meiner "neuen" 9x12er-Kameras möchte ich Hilfe bei der Bestimmung. Bei beiden finde ich weder in einer meiner Unterlagen noch im Web eine klare Bestätigung, sondern im Gegenteil so manches, was deutlich dagegen spräche, aber vermutlich nur eine Bestätigung dafür ist, daß all dies nicht so vollständig ist wie es zu sein vorgibt.

Die eine, verkauft vom Fotohaus Christian Tauber in Wiesbaden, halte ich für eine frühe Glunz:




Die __Kameraliste_http-photographischebremen.org enthält eine von 1909, die passen würde - aber natürlich nur eine Zeile Text - aber Alu-Laufboden wird für Glunz erst viel später erwähnt.
Das mitgekaufte Objektiv, ein interessantes, ganz kleines Detektiv-Aplanat (105er) von Ernemann, habe ich auf den Bildern nicht montiert - es ist sicher nicht original, ein 135er wäre nötig. Eines mit max. 27mm Anschraubgewinde fehlt mir aber ...

Die andere sieht mir am ehesten wie eine Wirgin aus:



Die Kamera habe ich zum Ausschlachten gekauft - dafür war sie mir nach Inspektion zu schade. Den schönen Rulex-Verschluß brachte ich wieder auf Vordermann (war versottet, und deshalb war intern etwas durcheinandergeraten).
Die obere, von vorn linke Spreizenhalterung ist allerdings irreführend - sie sollte so sein wie die auf der anderen Seite, von der kein Bild dabei ist - Basis ist nicht rund, sondern - naja, pardon - ein kurzes, schräg montiertes Rechteck, Oberfläche blankes Metall, dessen kurze Seiten halbkreisförmig sind (mein Darstellende-Geometrie-Lehrer hätte ein "Setzen, fünf" für diese Beschreibung gegeben).
Grund: dieses Befestigungselement fehlte, da auf dieser Seite das Gehäuse gebrochen war (nach Kleben und beim ersten Montageversuch mit Holzschräubchen brach es nocheinmal an anderer Stelle. Ich hab's dann ähnlich gemacht wie ein Dentalchirurg, wenn er entzündete Zahnwurzelspitzen entfernt: Zahnfleisch aufklappen, Knochen aufschneiden ... hier: Bohrungen von innen mit Nadel nach außen durchstechen, an diesen Stellen Außenbezug eiin wenig kreuzweise einschneiden, aufklappen, Bohrungen von außen nach innen setzen, Vertiefungen für den Schraubenkopf machen, zwei M2-Metallschrauben von außen nach innen durch das Holz führen, innen anschrauben, Länge markieren, nochmal abschrauben, Schrauben kürzen, wieder anschrauben (diesmal mit montierter Spreize, sonst hätte ich den Laufboden abschrauben müssen).

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 15.01.19 23:48

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20.02.19 14:02
Freier-Sascha 

BZF-Master

20.02.19 14:02
Freier-Sascha 

BZF-Master

Re: Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras

Hallo Laufboden,
Bei der ersten Kamera gibt es noch ein schwaches Indiz auf eine frühe Glunz: Es gibt ja die ersten Glunz-Kameras mit dem Namen "Zenit". Die Zierform des Laufboden-Seitigen Befestigungs-Scharnies für die Spreizen sieht ähnlich aus wie bei deiner Kamera:


Bei der zweiten Kamera würde ich in eine andere Richtung denken: Ferdinand Merkel!
Es gibt von Merkel nicht nur die bekannteren Tropen-/Luxus-/Pseudovergoldeten Versionen mit den Gehäusekanten aus Metall usw., sondern eine ganze Reihe von "normalen" Laufbodenkameras, dessen Haupt-Merkmal die Spreizen vom Typ "Spreize umschlingt Spreizenfeder" oft in Kombination mit dem Druckknopfverschluss des Lichtschachtdeckels und der halbrunden Verzierung drumherum, sowie der eckigen Griffaufhängung mit 2 Schrauben sind:


Der Clou ist, dass es, wie bei den anderen Firmen, viele Übergangsformen gibt. Deine Kamera hat Spreizen und Spreizenfedern wie sie bei der Merkel Metarsis oder Minerva vorkommen, gleichzeitig eine Griffaufhängung wie bei den einfachereren Merkels.
Spreize und Spreizenfeder einer Merkel Minerva:



Gruss
Freier-Sascha

Zuletzt bearbeitet am 20.02.19 15:03

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P1030309.JPG P1030309.JPG (18x)

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Laufbodenkamera 9x12 Polluxar 4,5 13,5cm Rad-Compur b 3.jpg Laufbodenkamera 9x12 Polluxar 4,5 13,5cm Rad-Compur b 3.jpg (22x)

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Reporter 9 x 12 Brilliantar 6,3 13,5cm 3.jpg Reporter 9 x 12 Brilliantar 6,3 13,5cm 3.jpg (17x)

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Reporter 9 x 12 Brilliantar 6,3 13,5cm 6.jpg Reporter 9 x 12 Brilliantar 6,3 13,5cm 6.jpg (20x)

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Minerva 9x12 Helioplan Rad-Compur 2.jpg Minerva 9x12 Helioplan Rad-Compur 2.jpg (13x)

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20.02.19 19:22
Laufboden 

BZF-Master

20.02.19 19:22
Laufboden 

BZF-Master

Re: Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras

Hallo Freier-Sascha,

Freier-Sascha:
Hallo Laufboden,
Bei der ersten Kamera gibt es noch ein schwaches Indiz auf eine frühe Glunz: Es gibt ja die ersten Glunz-Kameras mit dem Namen "Zenit". Die Zierform des Laufboden-Seitigen Befestigungs-Scharnies für die Spreizen sieht ähnlich aus wie bei deiner Kamera:
..

Bei der zweiten Kamera würde ich in eine andere Richtung denken: Ferdinand Merkel!
Es gibt von Merkel nicht nur die bekannteren Tropen-/Luxus-/Pseudovergoldeten Versionen mit den Gehäusekanten aus Metall usw., sondern eine ganze Reihe von "normalen" Laufbodenkameras, dessen Haupt-Merkmal die Spreizen vom Typ "Spreize umschlingt Spreizenfeder" oft in Kombination mit dem Druckknopfverschluss des Lichtschachtdeckels und der halbrunden Verzierung drumherum, sowie der eckigen Griffaufhängung mit 2 Schrauben sind:

Der Clou ist, dass es, wie bei den anderen Firmen, viele Übergangsformen gibt. Deine Kamera hat Spreizen und Spreizenfedern wie sie bei der Merkel Metarsis oder Minerva vorkommen, gleichzeitig eine Griffaufhängung wie bei den einfachereren Merkels.
..
Sehr schön, dann paßt alles! Super, danke!
Zu Merkel habe ich in meinen Unterlagen sehr wenig, und speziell zur Metharis und ähnlichen Kameras gar nichts.
Doch vor einigen Tagen habe ich eine Merkel Metharis gesehen, und die hat ja wirklich sehr deutliche Ähnlichkeiten zu meiner Kamera (ich hatte vor, von diesem Verdacht zu schreiben - aber ohne diesen Hinweis wirkt das doch noch deutlich besser).
Interessanterweise war die Metharis auch mit einem Rulex-Verschluß versehen (der war ein Hauptgrund dafür, mir diese Kamera zuzulegen).

Fehlen "nur" noch die exakte Modellzuordnungen ...
(wenn man die teilweise schon recht irritierenden Unterschiede zwischen gleichbenannten Modellen betrachtet, könnte es sich ja tatsächlich um eine Metharis handeln - andererseits, wenn man auf die winzigen Unterschiede zwischen andersbenannten Kameras schaut ...).

Links innen oben sollten eigentlich Spuren einer Modellplakette zu sehen sein - jedenfalls hatte die obige Metharis so eine Plakette. Die habe ich vergeblich gesucht, das ist aber kein Wunder - gerade an der Stelle führte der Riß im Holz durch, zudem war da einiges an Holz weggebrochen. Und in meiner Rekonstruktion hatte ich derartige Spuren nicht vorgesehen .

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 20.02.19 19:34

21.05.19 23:55
pixmax 

BZF-Premium-Nutzer

21.05.19 23:55
pixmax 

BZF-Premium-Nutzer

Re: Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras

Zwei Wirgin Laufbodenkameras die ich im letzten Jahr kaufen konnte, möchte ich euch nicht vorenthalten. Da wäre zunächst die Spitzenausführung der Gewir mit Xenar 1:3,5 F=15 cm (264263) von ca. 1928 in einem Compur von ca. 1925 (nr. 621862). Die Camera ist in einem sehr guten Zustand. Die Libelle ist noch völlig in Ordnung. Ich habe drei Teile einer anderen Gewir getauscht. Den Diopter, das Mattscheibenrückteil und den Tragegriff. Jetzt ist sie nahezu perfekt.










Die zweite Kamera ist vermutlich die Rofika in einer Luxus-Version. Hier fehlt leider der Diopter. Ist aber baugleich mit dem der Philos. Ich müsste nur noch wissen welche Schrauben in die beiden vorhandenen Gewinde passen.

Das Leder des Balgen ist unglaublich weich und fühlt sich an wie neu.







Zuletzt bearbeitet am 22.05.19 00:13

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22.05.19 12:44
Laufboden 

BZF-Master

22.05.19 12:44
Laufboden 

BZF-Master

Re: Die vielen unbekannten Platten / Laufbodenkameras

Hallo pixmax,

pixmax:
Zwei Wirgin Laufbodenkameras ,,

Die zweite Kamera ist vermutlich die Rofika in einer Luxus-Version. Hier fehlt leider der Diopter. Ist aber baugleich mit dem der Philos. Ich müsste nur noch wissen welche Schrauben in die beiden vorhandenen Gewinde passen. ..
Sehr schöne Wirgins.

Da ich nur eine einzige Wirgin habe, und das ist auch nur eine Wirgin Auta, wenn auch nicht genau die häufigste Ausführung, kann ich zu den Schrauben leider nichts konkretes aussagen.
Übliche Gewinde: am häufigsten M2.0; sonst auch M2.2, M2.5, M1.8, kleinere wie M1.7, M1.6, M1.5, M1.4 - nicht alle in den DIN-Normreihen - sind für so ein großes Bauteil nicht zu erwarten.
Kleine Innengewinde lassen sich am einfachsten durch Probieren zuordnen. Außengewinde sind, wenn man sie nicht kennt, mit Schublehre (bzw. Mikrometerschraube) und ggf. Gewindelehre gut zuordenbar (Achtung: Außendurchmesser ist nie größer als das Nennmaß, kann geringfügig kleiner sein), bei längeren Gewinden kann zur Bestimmung der Gewindesteigung auch Zählen und Längenmessung helfen. Besonders bei nicht exakt zuordenbaren Außendurchmessern ist mit Whitworth-Gewinden (also zölligen) zu rechnen, bei gemessenem Außendurchmesser 2.0mm ist's nach meiner Erfahrung ein metrisches Gewinde, zwischen 2.0 und 2.5 eher nicht. Bei metrisch nicht klar zuordenbarer Steigung*) liegt der Verdacht auf Whitworth-Gewinde nahe.
Daß der Flankenwinkel bei metrischen Gewinden 60°, bei Whitworth 55° ist, ist mit "Bordmitteln" kaum zu eruieren und eher nur beim Gewindedrehen von Belang.
In Deutschland zu dieser Zeit hergestellte Kameras verwenden - mit Ausnahme wie Leica - überwiegend metrische Gewinde; bei früher hergestellten gibt's aus heutiger Sicht oft recht unorthodoxe (z.B. zöllige Gewindesteigung bei metrischem Durchmesser - frühe Werkzeugmaschinen kamen aus dem angelsächsischen Raum, kannten kein 127er-Zahnrad und boten keine zuverlässige Passung (keine genügende Wiederholgenauigkeit bei Serienfertigung erreichbar) - Teile mit "gleichem" Gewinde lassen sich oft nicht austauschen bzw. nur in einer Richtung; das ist aber eher bei größeren Gewinden ein Problem.

Grüße, Laufboden

*) bei Whitworth-Gewinden wird statt der Gewindesteigung in mm eine ganze Zahl angegeben, die TPI ("Threads per Inch", Anzahl der Windungen pro Zoll). Kann man auf 25.4mm Länge eine ganze Zahl an Windungen zählen ... naja, das ist für Kamerabastler eher von theoretischer Bedeutung.

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