unter der Bezeichnung Sonnet wurden seit etwa 1913 Plattenkameras mit Scherenspreizen und Klappdeckel angeboten – zunächst vom Nettel-Kamerawerk in Sontheim (daher vermutlich der Name), seit der Fusion 1919 von der Contessa Nettel AG (Stuttgart) und schließlich seit 1926 von der Zeiss Ikon AG. Die Sonnet-Serie umfasste Kameras in verschiedenen Formaten bis 10x15 und Ausstattungsvarianten, darunter auch die Tropenmodelle mit Teakholz-Gehäuse und braunem Balgen. Nur diese Tropenmodelle in den Größen 6,5x9 und 4,5x6 wurden 1926 in das Programm von Zeiss Ikon übernommen; im Katalog 1927 firmieren sie nur als Sonnet. Vorgestellt sei das kleine Modell, die Sonnet 10 (im April 1929 bekam sie die Bestell-Nr. 303) im Westentaschenformat 4,5x6.
Es handelt sich um eine Plattenkamera mit Scherenspreizen, die zur Stabilisierung und zum Schutz einen Klappdeckel besitzt. Die Standarte wird zusätzlich in einem seitlichen Falz geführt und steht sehr fest. Am Klappdeckel befindet sich auch der Radialhebel für die Entfernungseinstellung.
Der Radialhebel war der Westentaschenausführung vorbehalten; beim 6,5x9-Modell werden die Spreizen durch einen Drehkopf auf der Oberseite verstellt. Die Konstruktion entspricht derjenigen der an anderer Stelle vorgestellen späten Duchessa (--> https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...0&page=2#14) bzw. der Luxus-Piccolette (--> https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...&thread=332), die Contessa Nettel 1924 auf den Markt gebracht hatte.
Das Gehäuse besteht aus Teakholz, der Balgen aus braunem Saffianleder. Ob solche Kameras wirklich auf Reisen in tropische Länder mitgenommen wurden oder eher als Luxus-Varianten zum Distinktionsgewinn dienten, weiß ich nicht. Im Katalog 1927 ist noch von einer „hochfeine[n] Tropen-Ausführung“ die Rede, 1929 fehlt dieser Hinweis. Die Sonnet besitzt einen Brillantsucher und einen Ikonometer. Das vorliegende Exemplar ist mit einem Tessar 4,5/7,5 in Compur bestückt. Das originale Mattscheibenrückteil mit brauner Belederung fehlt leider, es ist aber eine passende Filmpackkassette (mit Beschriftung Contessa Nettel) montiert.
Das vorliegende Exemplar lässt sich aufgrund der Seriennummern ins Jahr 1927 datieren, das Gehäuse selbst dürfte noch aus Contessa-Nettel-Produktion stammen. Die Kamera war in der vorliegenden Bestückung zunächst für 172 RM zu haben; sie blieb bis Oktober 1930 im Programm. In den Katalogen spiegelt sich die nachlassende Nachfrage wider; 1929 wurde der Preis auf 141 RM gesenkt.
Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln, die über begründete Bildzitate hinaus gehen.
Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken / Gebäuden / Museen, Ausstellungen, Theatern, usw.
Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen deutlich als Zitat erkennbar mit genauer Quellenangabe.
Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuord-bar sind, ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO). Ebenso keine erkennbaren KFZ-Kennzeichen oder Fragmente davon! !
Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.
Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffszahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt!