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[iIa] Rolleiflex T1
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07.09.08 10:51
AlterFritz

nicht registriert

07.09.08 10:51
AlterFritz

nicht registriert

[ iIa ] Rolleiflex T1

Fotografieren in einer anderen Welt - mit Ruhe, Muße, Bedacht, Entspannung - das ist Fotografieren mit einer zweiäugigen Mittelformatkamera. Der nur am Anfang gewöhnungsbedürftige Schachtsucher mit dem "riesengroßen" seitenverkehrten Mattscheibenbild, das man sich sogar noch mit einer Ausklapplupe ganz ausführlich und genau ansehen kann, hält an zu überlegter Motivgestaltung, wenngleich dem Geübten auch ohne Problem Schnappschüsse gelingen. In diese Welt tauche ich nur zu gern und heute leider viel zu selten ein.

Treue Begleiterin ist mir dabei seit vielen Jahren meine Rolleiflex T1 (grau!). Ich habe sie so sehr ins Herz geschlossen, dass ich vermute, sie wäre die letzte meiner Kameras, von der ich mich trennen würde. Äußerlich zeigt sie an der Belederung durchaus schon geringfügig "wear". Da diese Spuren aber nicht von schlechter Behandlung kommen, sondern von ehrlicher Arbeit vieler Jahre, ist das für mich kein Problem. Meine Kameras sind für keine Vitrine gedacht, sondern müssen arbeiten können. Technisch ist meine "T" in allerbestem Zustand und schnurrt, dass es nur so Freude macht. Vor ein paar Jahren, sie hatte mittlerweile 40 Jahre beim Vorbesitzer und bei mir auf dem Buckel, habe ich sie bei Paepke in Düsseldorf einmal überholen lassen, und sie dankt es mir mit Zuverlässigkeit.

(Wird wegen Längenbeschränkung unten fortgesetzt.)


Hinweise:
---> Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungsanleitungen oder Buch/Zeitschriften-Artikeln hochladen.
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07.09.08 10:53
AlterFritz

nicht registriert

07.09.08 10:53
AlterFritz

nicht registriert

Re: Rolleiflex T1

(Fortsetzung 1)

Daten:


  • Baujahr: 1962
  • Format: 6 x 6
  • Objektiv: Zeiss Tessar 3,5/75 mm, Sucherobjektiv Heidosmat 2,8/75
  • Aufnahmen: 12
  • Blenden: 3,5 - 22
  • Verschluss: Deckel Synchro-Compur MXV, 1 - 1/500 s + B
  • Belichtungssystem: manuell, durch mechanische Koppelung von Verschluss und Blende ist Arbeiten mit Lichtwerten möglich, die auch vom Belichtungsmesser angezeigt werden
  • Blitz: Steckkontakt M und X
  • Belichtungsmesser: Selen, funktioniert bei meiner Kamera noch einwandfrei und genau
  • Filmzählwerk: Vorwärts zählend, Springt beim Abnehmen der Rückwand auf die Starteinstellung
  • Sucher: abnehmbarer Mattscheiben-Lichtschachtsucher mit ausklappbarer Lupe und Schnittbildindikator
  • Filmtransport: Schnellspannkurbel, die auch zum Rückspuelen dient, Doppelbelichtungssperre
  • Entfernungsmesser: ja per Mattscheibe mit Schnittbildindikator
  • Selbstauslöser: ja
  • Film-Empfindlichkeiten: 5 - 1600 ASA, 9 - 33 DIN
  • Filmtyp-Merkscheibe: ja
  • Besonderheiten, Sonstiges: Blenden-, Verschlusszeit- und Lichtwertanzeige in kleinen Fenstern auf dem Sucherobjektiv, Stativgewinde
  • Gewicht: 1020 g


Ich hatte auch vor Jahren mal den Revolverhandgriff und den (viel zu schweren) Prismenaufsatz, den man statt des Lichtschachtsuchers installieren kann. Da sich beides als wenig praxistauglich erwiesen hat, habe ich es wieder verkauft. Der Prismenaufsatz mag bei Stativbetrieb im Studio früher seine Berechtigung gehabt haben, im Freihandbetrieb macht er die Kamera zu kopflastig. Anderes Zubehör ist reichlich vorhanden, u.a. japanische Tele- und Weitwinkelvorsätze (von nicht sehr überzeugender Qualität), Rolleifix-Stativ-Schnellwechselplatte, Panoramakopf, Rolleinar-Nahlinsen in drei Stärken, diverse Pol- und Farbfilter, Rolleikin-Einsatz für KB-Film (braucht kein Mensch) Sonnenblende und natürlich die perfekt auf Funktionalität getrimmte Bereitschaftstasche.

(wird wegen Längenbeschränkung fortgesetzt.)

07.09.08 10:55
AlterFritz

nicht registriert

07.09.08 10:55
AlterFritz

nicht registriert

Re: Rolleiflex T1

(Fortsetzung 2)

Ein Wort noch zum Tessar, es gilt wohl nicht nur für die Rolleiflex aus jenen Jahren. Das Tessar ist wirklich ein "rattenscharfes" Objektiv, das ein lebendiges und kontrastreiches Negativ liefert. Seine Domäne ist die Schwarzweiß-Fotografie. Die Farbfotografie ist nicht unbedingt die Welt des Tessars, vor allem nicht die Diafotografie. Hier neigt das Objektiv zu einem Blaustich, den man allenfalls in der Bildbearbeitung von Scans vom Colornegativfilm wegkorrigieren kann. Das gilt auch für das praktisch baugleiche Schneider Xenar, das sich ebenfalls einige Modellen findet. Wer sich in eine zweiäugige Rolleiflex verliebt, sollte, wenn er auch Dias machen möchte, nach dem Planar oder dem Xenotar Ausschau halten, die in späteren Jahren verbaut wurden. Man liest immer wieder, dass das beste Objektiv, das je in eine zweiäugigen Rollei eingebaut wurde, das 3,5er Planar sei. Als beste Zweiäugige gilt deshalb die Rolleiflex 3,5F. Die 2,8er Planare und Xenotare sollen angeblich zwar weitgehend exzellent, aber einen Tick schlechter sein.

Beste Grüße
Fritz


*** Sonne lacht, Blende acht! ***







07.09.08 11:09
Rainer 

Administrator

07.09.08 11:09
Rainer 

Administrator

Re: Rolleiflex T1


Hallo Fritz,

zweifellos einer der Höhepunkte deutscher Kamera-Entwicklung ! Oft kopiert, nie erreicht !



MFG Rainer

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

07.09.08 20:11
Rainer 

Administrator

07.09.08 20:11
Rainer 

Administrator

Re: Rolleiflex T1

Hallo Fritz,

hatte die Kamera auch einen dynamischen Parallaxenausgleich? ich bin mir nicht sicher, ob das bei T1 so war.

MFG Rainer

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

Editiert 07.09.08 23:07

08.09.08 22:11
AlterFritz

nicht registriert

08.09.08 22:11
AlterFritz

nicht registriert

Re: Rolleiflex T1

Hallo Rainer,

wenn ich ganz genau sein will, dann muss ich die Frage letztlich mit Nichtwissen beantworten. Tatsache ist, dass sich die Original-Bedienungsanleitung zu dieser Frage ausschweigt. Andererseits sind mit der "T" auch die Negativformate 4x5,5, 4x4 und 24x36 mm möglich. In diesem Zusammenhang schreibt Dr. Walther Heering in "Das Rollei-Buch" (Heering-Verlag Seebruck am Chiemsee 1964, 91.-95. Tausend, S. 35) speziell zur "T": "Für sämtliche Formate ist die Sucherparallaxe automatisch ausgeglichen." Aus diesem Satz und aus der Tatsache der vielfältigen Formatmöglichkeiten würde ich aber den Schluss ziehen, dass der Ausgleich vorhanden ist. Wenn man einen Kleinbildfilm einlegt, würde man ja sonst im Bereich von einem Meter Abstand das, was man fotografiert, bei dem gegebenen Abstand von Sucher- und Aufnahmeobjektiv vermutlich überhaupt nicht sehen.

Ich selbst bin bis zu Deiner Frage nie in die Verlegenheit gekommen, mir darüber eingehende Gedanken zu machen, da ich im Nahbereich ohnehin lieber einäugig arbeite - wenn es 6x6 sein muss, dann eben mit meiner Pentacon Six TL. Aber wenn ich den nächsten Film durch die "T" ziehe und an die Frage noch denke, mache ich mal ein paar Testaufnahmen zum Thema Parallaxe.

Beste Grüße
Fritz


*** Sonne lacht, Blende acht! ***

08.09.08 22:26
AlterFritz

nicht registriert

08.09.08 22:26
AlterFritz

nicht registriert

Re: Rolleiflex T1

Hallo allerseits,

ich habe hier mal noch ein älteres Beispiel für ein Colorfoto mit der Rolleiflex T, bei dem der Blaustich im Photoshop entfernt wurde. Begrenzender Faktor bei der Auflösung sind nicht etwa Objektiv oder Film, sondern der Scanner, mit dem ich das Negativ vor Jahren eingescannt habe. Es war damals ein Epson mit Durchlichtaufsatz und 1200 dpi optischer Auflösung, was bei 6x6 eine unkomprimierte TIFF-Bilddatei von etwas über 20 MB ergibt. Je nach Anwendung (z.B. Poster) wäre eine höhere Scanauflösung natürlich angezeigt und wünschenwert.

Das erste Bild zeigt eine Hügellandschaft bei Wertheim oberhalb des Klosters Bronnbach/Tauber, zu dem der im Mittelgrund liegende Hof einst gehörte. Das zweite Bild ist ein Ausschnitt des ersten im Bereich der Scanauflösung, d.h. das Bild hatte 1:1 zwischen 750 und 800 Pixel Breite und wurde auf den Forumstandard von 660 Pixel leicht verkleinert.

Beste Grüße
Fritz


*** Sonne lacht, Blende acht! ***



10.09.08 08:10
Rainer 

Administrator

10.09.08 08:10
Rainer 

Administrator

Re: Rolleiflex T1

Hallo Fritz,
ein schönes Photo. Bei dieser Gelegenheit fällt mir wieder ein, dass ich ja eigentlich ein UNVERSÖNLICHER Verfechter des Rechteckformates war Das war auch der Grund, warum ich damals mich für die Mamiya 645 entschieden hatte mit fast gleich grossen Negativen wie die 6 x 6 Rollei's.

Andererseits waren die Quadrat-Dias dann wieder besser als die Halbformat-Rechtecke. Ich habe übrigens noch schöne Dias von und um Wertheim aus den Achtigern im 4,5 x 6 cm Format. Ist eine Offenbarung gegenüber Schnipseldias 24 x 36 mm

Hallo zusammen,



MFG Rainer

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

10.09.08 12:23
AlterFritz

nicht registriert

10.09.08 12:23
AlterFritz

nicht registriert

Re: Rolleiflex T1

Hallo Rainer,

ich bin in Formatfragen ziemlich frei von Festlegungen und erst recht von Sendungsbewusstsein, wie es manche (nicht Du!) an den Tag legen. Ursprünglich habe ich mal die Ansicht vertreten, dass man ja vom Quadrat beim Vergrößern einen Streifen weglassen kann, wenn man unbedingt ein Rechteck will. In der Praxis hat sich dann aber gezeigt, dass man schon bei der Aufnahme oftmals das Format unwillkürlich so ausgenutzt hat, dass man sich kaum von einem Streifen trennen mag.

Manche führen die bessere Ausnutzung des Bildkreises durch das quadratische Format ins Feld, was aber für mich mit der grundsätzlichen gestalterischen Frage nichts zu tun hat. Wie man ein Motiv zurechtschneidet, ist für mich eher eine pragmatische Frage, die wenig mit der Kamera und dem Filmformat zu tun hat, dafür umso mehr mit dem Motiv. Bei der Veröffentlichung des oben gezeigten Bildes habe ich seinerzeit übrigens unten einen Streifen von etwa 20 Prozent weggeschnitten - und dann oben auch noch ein Stück, damit der Horizont nicht zu sehr in die Bildmitte rutschte. Da war es dann ein echtes Rechteck

Darf ich fragen, was Dich in den Achtzigern nach Wertheim geführt hat? Waren es Aufenthalte mit privatem Hintergrund (dann will ich nicht weiter fragen) oder warst Du hier beruflich tätig?

Beste Grüße
Fritz


*** Sonne lacht, Blende acht! ***

10.09.08 17:44
Rainer 

Administrator

10.09.08 17:44
Rainer 

Administrator

Re: Rolleiflex T1

Hallo Fritz

Wertheim ist einer der Orte in Deutschland, die auf meiner persönlichen Favoritenliste stehen:

Bamberg, Berlin, Bremen, Coburg, Dinkelsbühl, Erfurt, Friedrichstadt, Hamburg, Heidelberg,
Kronach, Kulmbach, Lübeck, Lüneburg, Michelstadt, Nördlingen, Nürnberg, Quedlinburg, Rothenburg (Tauber) , Weinheim, Wertheim , Würzburg ...... (Überhaupt Orte mit Burgen oder Vesten, also auch Lauenstein bei Probstzella, usw).

Kitschgeschmack? Ja mag sein, das ist aber gut so.

Ich bin urlaubmässig ein wenig aus der Art geschlagen: Mein Begehr ist nicht die Südsee, sondern mehr die deutschen Lande. Es gibt viele schöne Stellen in diesem unseren Lande. Dadurch gibt es eigentlich kaum ein 50 x 50 Km Quadrat in Deutschland, wo ich nicht schon war (Vorläufige Ausnahme: Bautzen).

Und Wertheim ist einfach ein Hingucker, hat was Unverwechselbares. Deshalb wurde hier und am Main und im Taubertal so manches Foto "geknipst" aber auch photographiert.

MFG Rainer

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

Editiert 10.09.08 17:51

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